Alle Beiträge von Redaktion

Zerrissene Moderne. Die Basler Ankäufe «entarteter» Kunst

Kunstmuseum Basel

22.10.2022 – 19.02.2023

Die Sammlung von Werken der klassischen Moderne im Kunstmuseum Basel gehört zu den berühmtesten ihrer Art. Dabei ist sie vergleichsweise spät entstanden. Im Sommer 1939 erwarb das Kunstmuseum 21 bedeutende Werke der deutschen und französischen Moderne. Diese waren 1937 im Zuge der nationalsozialistischen Kulturpolitik als «entartet» diffamiert und zwangsweise aus deutschen Museen entfernt worden. Als «international verwertbar» wurden sie auf dem Kunstmarkt verkauft. Zerrissene Moderne. Die Basler Ankäufe «entarteter» Kunst weiterlesen

Kino vor dem Kino: Lavanchy-Clarke, Schweizer Filmpionier 

Museum Tinguely

19.10.2022 – 29.01.2023

Heute fürchten manche um die Zukunft des Kinos. Andere fragen sich, was die tägliche Flut an Bewegtbildern, die uns aus Handys, Laptops und Monitorplakaten entgegenschwappt, noch mit dem guten alten «Film»-Streifen zu tun hat. Unsere Ausstellung Kino vor dem Kino: Lavanchy-Clarke, Schweizer Filmpionier
nähert sich diesem Thema in einer grossen Rückblende von 125 Jahren an: Seit wann gibt es überhaupt «Film», seit wann das «Kino» – und gibt es neben den prominenten Pionier-Namen Edison und Lumière, die uns da einfallen, auch einen Schweizer Beitrag zur Geschichte des frühesten Films? Kino vor dem Kino: Lavanchy-Clarke, Schweizer Filmpionier  weiterlesen

Jubiläumsausstellung 25 Jahre Fondation Beyeler

Jubiläumsausstellung
Special Guest Duane Hanson

30.10.2022 – 08.01.2023

Raphael Bouvier, Kurator der Fondation Beyeler
Raphael Bouvier, Kurator der Fondation Beyeler

Die Fondation Beyeler feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen mit ihrer bisher grössten Sammlungsausstellung. Auf nahezu der gesamten Ausstellungsfläche des Museums werden rund 100 Werke präsentiert – von Hauptwerken des Impressionismus und Postimpressionismus über Klassiker der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Hauptwerke von Vincent van Gogh, Claude Monet, Henri Rousseau, Pablo Picasso, Henri Matisse, Alberto Giacometti, Mark Rothko, Andy Warhol und Louise Bourgeois werden mit zeitgenössischen Positionen von Marlene Dumas, Anselm Kiefer, Felix Gonzalez-Torres, Tacita Dean und Wolfgang Tillmans in Beziehung
gesetzt. 

Duane Hanson, Woman with Child in Stroller, 1985 | Alberto Giacometti, L’homme Qui Marche II, 1960
Duane Hanson, Woman with Child in Stroller, 1985 | Alberto Giacometti, L’homme Qui Marche II, 1960

Die Jubiläumsausstellung bietet somit die bisher einmalige Gelegenheit die Sammlung der Fondation Beyeler in ihrer beeindruckenden Qualität und Tiefe zu erleben. Die Ausstellung zum 25-Jahr-Jubiläum der Fondation Beyeler wird durch die Integration mehrerer hyperrealistischer Skulpturen des US-amerikanischen Künstlers Duane Hanson bereichert. Mit dieser «Ausstellung in der Ausstellung» werden überraschende Blicke auf Sammlung und Architektur des Museums eröffnet.

Als einer der führenden Galeristen seiner Zeit legte Ernst Beyeler gemeinsam mit seiner Frau Hildy eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst an, die seit 1997 in der vom italienischen Architekten Renzo Piano entworfenen Fondation Beyeler beheimatet ist. Mittlerweile umfasst die Sammlung rund 400 Werke des 19., 20. und 21. Jahrhunderts, die von Malerei, Zeichnung und Skulptur über Fotografie bis hin zur Installationskunst reichen. Die Ausstellung bringt nun viele ihrer Hauptwerke zusammen.

Kuratiert von Raphaël Bouvier, erstreckt sich die Jubiläumsausstellung über insgesamt 17 Ausstellungsräume, wobei einzelnen Künstlern und Künstlerinnen, wie beispielsweise Paul Klee, Mark Rothko und Marlene Dumas eigene Räume eingerichtet werden. In diesem Zusammenhang wird auch das berühmte Seerosen-Triptychon von Claude Monet mit weiteren zentralen Werken des Künstlers in einem Saal gezeigt und Henri Matisse’ Spätwerk mit seinen berühmten Scherenschnitten in einem anderen. Einen eigenen Raum erhält auch Alberto Giacometti mit seinem ikonischen Skulpturenensemble. 

Mit über dreissig seiner Werke besitzt die Fondation Beyeler eine der qualitätsvollsten Picasso-Sammlungen weltweit. In der Ausstellung wird eine umfassende Auswahl seiner Gemälde und Skulpturen gezeigt. In anderen Räumen wiederum wird der Akzent auf einzelne Kunstbewegungen gesetzt, etwa den Postimpressionismus, die frühe Abstraktion, den Surrealismus oder die Pop Art. 

Im Rahmen der Jubiläumsausstellung werden auch einige neu erworbene Werke zum ersten Mal überhaupt präsentiert, so die 2020 entstandene skulpturale Installation Poltergeist der englischen Künstlerin Rachel Whiteread sowie Pierre Bonnards bedeutendes Gemälde La Source ou Nu dans la baignoire von 1917. 

Gleichsam als «Ausstellung in der Ausstellung» werden an spezifischen Orten im Museum 13 hyperrealistische Skulpturen des bedeutenden US-amerikanischen Künstlers Duane Hanson (1925-1996) präsentiert. Diese Leihgaben aus Hansons Nachlass sowie privaten Sammlungen und Museen stehen im direkten Dialog mit Werken der Sammlung sowie der Museumsarchitektur. 

Duane Hanson gehört zu den einflussreichsten Vertretern der amerikanischen Skulptur der Nachkriegszeit und gilt als Begründer des Hyperrealismus innerhalb der Pop-Art. Ab den späten 1960er-Jahren realisierte der Künstler lebensgrosse menschliche Figuren, die durch ihren geradezu lebensechten Realismus faszinieren. Mit- hilfe damals neuartiger Materialien wie Polyvinylchlorid bildete er hierfür den menschlichen Körper detailgetreu nach und vollendete die Skulpturen mittels echter Kleidungsstücke und Accessoires. Für seine Figuren greift Hanson brisante Themen der amerikanischen und westlichen Gesellschaft auf und übt dabei Kritik an sozialen Verhältnissen. So interessiert sich Hanson für gesellschaftlich benachteiligte und unterdrückte Menschen sowie für jene, welche den Mittelstand vertreten. Immer wieder verwischt Hanson dabei die Grenze zwischen Kunst und Wirklichkeit und erzielt dadurch unterschiedliche Wirkungen, die von Schock, Irritation und Berührung bis hin zu freudiger Überraschung reichen. 

Die Ambivalenz dieser Erfahrungen führt auch die Präsentation von Hansons Figuren im unmittelbaren Dialog mit den Kunstwerken der Fondation Beyeler sowie deren Architektur vor Augen. Während einige Skulpturen von grösster Drastik sind und dabei als deutliche Statements gegen akute, bis heute aktuelle gesellschaftliche Missstände stehen, verstehen sich andere Figuren als Hommagen an alle, die sich als Besucher und Besucherin im Museum aufhalten oder als Mitarbeitende den Museumsbetrieb hinter den Kulissen fortwährend aufrechterhalten. So ist zum Beispiel in einem Saal Hansons Skulptur eines älteren Paars zu sehen, das auf einer Bank sitzend Rothkos Gemälde der Sammlung Beyeler betrachtet. In einem anderen Raum wiederum sitzt eine alte Frau gleich neben dem berühmten Porträt von Cézannes Ehefrau und nimmt dabei deren Pose wieder auf. Die Skulptur einer Reinigungskraft ist beim Putzen der Fensterscheiben der Museumsfassade zu sehen und eine Mutter mit Kinderwagen inmitten einer Gruppe von Giacomettis berühmten Bronzefiguren. So offenbaren sich unerwartete Sichtweisen ebenso auf die hochgeachteten Meisterwerke der Fondation Beyeler wie auf die Skulpturen vermeintlich alltäglicher Menschen von Duane Hanson. 

Editorial

Roland Wetzel ist Direktor des Museum Tinguely und Kurator der Ausstellung Lois Weinberger – Debris Field. In dieser Ausstellungsreihe treten unterschiedliche Künstler*innen in Dialog mit Jean Tinguelys Mengele Totentanz.
Roland Wetzel ist Direktor des Museum Tinguely

Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde

Was für ein Sommer neigt sich dem Ende zu: Drei Monate Badewetter und Sonne ohne Ende. Die Regenphasen waren kurz, aber leider umso heftiger. Unser Museumsgebäude, vor 26 Jahren erbaut, hat den plötzlichen Wassermassen bisher einigermassen standgehalten. Man stelle sich vor: Heute muss man bei Starkregen kurzfristig mit vier mal grösseren Wassermengen rechnen, als dies vor 25 Jahren der Fall war. Das veränderte Klima zeigt sich hier so eindrücklich, wie bei Steinwüsten in den Alpen, die vor wenigen Jahren noch mit dickem Gletschereis bedeckt waren.  Editorial weiterlesen

Isamu Noguchi im Zentrum Paul Klee, Bern

Zentrum Paul Klee, Bern

23.09.2022 – 08.01.2023

Das Zentrum Paul Klee widmet dem amerikanisch-japanischen Weltenbürger und bedeutenden Bildhauer und Designer Isamu Noguchi (1904–1988) eine umfassende Ausstellung. 

Isamu Noguchi gehört zu den experimentierfreudigsten Kunstschaffenden des 20. Jahrhunderts und ist einer der bedeutendsten Bildhauer und Designer der Vereinigten Staaten. In seinem vielseitigen Werk schuf er Skulpturen aus unterschiedlichsten Materialien wie Stein, Bronze, Aluminium, Kunststoff und Keramik sowie Arbeiten auf Papier. Isamu Noguchi im Zentrum Paul Klee, Bern weiterlesen

Mondrian Evolution

Fondation Beyeler

05.06.2022 – 09.10.2022

Die Ausstellung in der Fondation Beyeler zeigt die Entwicklung Piet Mondrians vom Landschaftsmaler zu einem der führenden Protagonisten der Moderne.
Anlässlich seines 150. Geburtstags widmet die Fondation Beyeler dem niederländischen Maler Piet Mondrian (1872–1944) eine gross angelegte Ausstellung. Als einer der bedeutendsten und vielseitigsten Protagonisten der Moderne hat Mondrian die Entwicklung der Malerei von der Figuration zur Abstraktion massgeblich geprägt. Der runde Geburtstag Piet Mondrians fällt mit dem 25-jährigen Bestehen der Fondation Beyeler zusammen, in deren Sammlung sich sieben Werke des Künstlers befinden – mehr als in jedem anderen Museum in der Schweiz. Mit 89 Werken aus allen Schaffensphasen gewährt Mondrian Evolution einen umfassenden Überblick über seine fünf Jahrzehnte umspannende Karriere und sein facettenreiches Œuvre. Die Ausstellung bietet die seltene Gelegenheit, Mondrian, der nicht nur die Kunst des 20. Jahrhunderts, sondern etwa auch Design, Architektur, Mode und Popkultur wesentlich beeinflusste, auf eine neue Weise zu entdecken und kennenzulernen. Es ist die erste umfangreiche Einzelausstellung des Künstlers in der Schweiz seit 50 Jahren. Mondrian Evolution weiterlesen

Picasso – El Greco

Kunstmuseum Basel | 11.06.2022 – 25.09.2022 

Das Kunstmuseum Basel beleuchtet in einer grossen Sonderausstellung die Auseinandersetzung Pablo Picassos (1881–1973) mit dem auf Kreta geborenen Altmeister Doménikos Theotokópoulos, besser bekannt als El Greco (1541–1614). Rund 30 Paarungen von Meisterwerken beider Künstler zeichnen diesen Dialog nach, der zu den faszinierendsten der Kunstgeschichte zählt.  Picasso – El Greco weiterlesen

Fun Feminism – feministische Perspektiven im Kunstmuseum Basel

Fun Feminism
Kunstmuseum Basel | Gegenwart

24.09.2022 – 19.03.2023

Das Kunstmuseum Basel Gegenwart präsentiert mit der Ausstellung
Fun Feminism rund 40 Werke von Künstler:innen, die feministische Perspektiven mit einem humorvollen Blick beleuchten. Ausgangspunkt dafür bildet die hauseigene Sammlung, gezielt ergänzt durch nationale und internationale Leihgaben. Seit rund 50 Jahren arbeiten Künstler:innen, Kunsthistoriker:innen, Galerist:innen und Kurator:innen daran, feministische Perspektiven in den visuellen Künsten zu stärken: Darstellungsweisen von Geschlechterbildern und rollen werden so neu definiert.  Fun Feminism – feministische Perspektiven im Kunstmuseum Basel weiterlesen

Hello, Robot – Design zwischen Mensch und Maschine

Vitra Design Museum

24.09.2022 – 05.03.2023

Science-Fiction wird Realität: Mehr und mehr hält die Robotik Einzug in unser Leben. Die Beispiele dafür reichen von Transportdrohnen oder Pflege-Robotern bis hin zu Internet-Bots. Die Ausstellung umfasst mehr als 200 Exponate aus der Industrie und dem Wohnbereich, aber auch Computerspiele, Medieninstallationen sowie Beispiele aus Film und Literatur. Sie alle verdeutlichen, wie sehr unser aller Leben schon heute bis in den intimsten Bereich hinein von Robotern durchdrungen ist. Zugleich haben gerade die letzten Jahre gezeigt, wie stark auch politische Felder – etwa Wahlen oder Debatten über Diversität oder Klimawandel – heute durch Algorithmen und künstliche Intelligenz gesteuert werden können und welche Risiken sich daraus ergeben. Deshalb greift die Ausstellung auch die ethischen, sozialen und politischen Fragen auf, die mit dem wachsenden Einfluss der Robotik verbunden sind.

Hajime Sorayama, Sony Corporation, »AIBO Entertainment Robot (ERS-110)«, 1999
Hajime Sorayama, Sony Corporation, »AIBO Entertainment Robot (ERS-110)«, 1999

Die Roboter sind da. Was wie Science-Fiction klingt oder wie eine Verschwörungstheorie, ist längst banaler Alltag. Autos, Waschmaschinen, Geldautomaten, Drohnen, der selbstfahrende Zug zwischen Flughafen-Terminals, der digitale Assistent, der sich um Kundenanliegen kümmert – das alles und vieles mehr wird heute zumindest teilweise durch Robotik gesteuert. Denn die Definition eines Roboters ist einfacher, als man denkt: Es braucht ein Gerät, das Daten sammelt; Software, die diese Daten interpretiert; und schliesslich ein Gerät, das eine Reaktion darauf generiert. An der Schnittstelle zwischen dem Menschen und dieser robotischen Umwelt steht Design. Über die blosse Gestaltung von Form und Funktion geht das weit hinaus. 

Im ersten Teil der Ausstellung geht es um die alte Begeisterung der Moderne für den künstlichen Menschen und darum, wie die Populärkultur unser Verständnis von Robotern geprägt hat. Hier treffen wir nicht nur auf bekannte Roboter aus Film und Literatur, etwa R2-D2, den liebenswerten Astromech-Droiden aus «Star Wars», sondern auch auf den ganz realen, vierbeinigen Roboter Spot von Boston Dynamics. Der Roboterhund assistiert bei Raketentests und in den Ausgrabungsstätten von Pompeji. 

Um Industrie und die Arbeitswelt geht es im zweiten Teil: Während der Roboter in diesem Kontext heute immer wieder als Bedrohung für die ArbeitnehmerInnen beschrieben wird, beleuchtet
Hello, Robot die aktuelle Debatte um dieses Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Bandbreite der Exponate reicht hier vom klassischen Industrieroboter bis zu einer Installation der Gruppe RobotLab, bei der ein Roboter am laufenden Band Manifeste produziert und damit hinterfragt, wo die Grenzen zwischen automatisierbarer Arbeit und menschlicher Kreativität liegen. 

Twentieth Century Fox and Lucasfilm Ltd.R2-D2, 1977. Erstmals zu sehen im Spielfilm Krieg der Sterne. Episode IV – Eine neue Hoffnung, 1977
Twentieth Century Fox and Lucasfilm Ltd.R2-D2, 1977. Erstmals zu sehen im Spielfilm Krieg der Sterne. Episode IV – Eine neue Hoffnung, 1977

Wie uns die Technologie noch näherkommt – als «Freund und Helfer» im Alltag, im Haushalt, in der Pflege, als digitaler Begleiter oder gar beim Cybersex –, wird im dritten Teil der Ausstellung deutlich. Besonders spannend ist es dabei zu beobachten, wie sich nicht nur die Beziehung zwischen Mensch und Maschine wandelt, sondern auch die Interaktion von Mensch zu Mensch. Unter anderem wird ein Wandteppich der französischen Künstlerin Éva Ostrowska gezeigt. Die Künstlerin verdeutlicht darin auf humorvolle und subversive Art, wie Frauen sich in Zeiten von Dating Apps vor Grenzüberschreitungen schützen können.

Im letzten Teil geht es um die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Robotik, etwa wenn wir in einem «lernenden» Gebäude leben, oder uns in einer sogenannten «Smart City» bewegen. Technologie prägt uns, und wir prägen unsere technologische, robotische Umgebung.

Im Aussenraum des Museums wird als Ergänzung der Ausstellung der Eggshell Pavillon von Gramazio Kohler Research, ETH Zürich, gezeigt. Dabei kommt die sogenannte Eggshell-Fertigungstechnologie zum Einsatz. Die Verschalung für den Betonguss kommt aus dem 3D-Drucker und wird nach dem Aushärten wie eine Eierschale abgepellt. Das ermöglicht nicht nur aussergewöhnliche Formen, sondern auch Materialeinsparungen von bis zu 50 Prozent.

Die Ausstellung macht deutlich, dass die Ausbreitung der Robotik seit Jahrzehnten mit Ambivalenz beobachtet wird. Damals wie heute schwankt die Debatte über künstliche Intelligenz zwischen Utopie und Dystopie, zwischen der Hoffnung auf eine bessere, technisierte Welt und der Angst vor einer Entmündigung des Menschen. In diesem Kontext stellt sich auch die Frage nach der Verantwortung des Designs neu.

Territories of Waste – Über die Wiederkehr des Verdrängten


Museum Tinguely

14.09.2022 – 08.01.2023

Als Nicolás García Uriburu 1968 den Canal Grande in Venedig giftgrün färbte, erregte er Aufsehen. So sehr, dass der Künstler und Umweltaktivist die Aktion am Rhein 1981 wiederholte, schliesslich machte auch Joseph Beuys mit, und gemeinsam füllten sie das Wasser in Flaschen. Da war die Ökologiebewegung schon im Mainstream angekommen. Der Rhein galt damals als besonders schmutzig, ein anderes Mal färbte er sich infolge eines Chemieunfalls in Basel blutrot, Fische starben massenweise. Heute ist der Fluss so sauber, dass das Rheinschwimmen in Basel Volkssport Nummer 1 ist.

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Transylvania’s Hidden Treasures

Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G
Keramik & Textilien aus der Sammlung von Bartha

bis 06.11.2022

Im Rahmen einer speziellen Ausstellungsserie präsentiert die Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G regelmässig unbekannte Basler Privatsammlungen. Die aktuelle Ausstellung gilt der Sammlung des Galeristen Miklós von Bartha. Als Galerist lag der Schwerpunkt seiner mittlerweile von seinem Sohn in zweiter Generation geführten Galerien in Basel und Kopenhagen auf moderner und zeitgenössischer Kunst. In seiner Privatsammlung bewahrt von Bartha traditionelle Volkskunst aus der Heimat seiner Familie aus Siebenbürgen für zukünftige Generationen. Transylvania’s Hidden Treasures weiterlesen

Plastik. Die Welt neu denken

Vitra Design Museum | 26.03.2022 – 04.09.2022

Eine Ausstellung des Vitra Design Museums, V&A Dundee und maat, Lissabon 

Plastik prägt unseren Alltag wie kaum ein anderes Material: von der Verpackung bis zum Turnschuh, vom Haushaltsgerät bis zum Möbel, von Autos bis zur Architektur. Jahrzehntelang haben Kunststoffe die Vorstellungskraft von DesignerInnen und ArchitektInnen beflügelt, sie standen für unbeschwerten Konsum und revolutionäre Neuerungen. Doch diese Zeiten sind vorbei, die Folgen des Kunststoff-Booms drastisch sichtbar geworden. Mit Plastik. Die Welt neu denken untersucht das Vitra Design Museum die Geschichte, Gegenwart und Zukunft eines kontroversen Materials – vom rasanten Aufstieg der Kunststoffe im 20. Jahrhundert über ihren verheerenden Einfluss auf die Umwelt bis hin zu Lösungsansätzen für einen nachhaltigeren Umgang mit Plastik. Die Ausstellung beginnt mit einem Rückblick auf wichtige Kunststoffvorläufer, von denen viele noch auf pflanzlichen und tierischen Rohstoffen basierten.  Plastik. Die Welt neu denken weiterlesen