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Grenzenlos grausam?

Grenzenlos grausam?
02.09.2016 – 29.01.2017
Skulpturhalle Basel

Ella van der Meijden*

Bei den Griechen bildeten sich schon früh ein Bewusstsein und ein Stolz für die eigene Zivilisation heraus, die durch göttliche Ordnung und gemeinschaftliche Normen und Grenzen geprägt war. Man projizierte die Einflüsse, die dieses Gesellschaftssystem stören und gefährden konnten, auf mythische Gegenbilder. Ein Beispiel dafür ist der Kampf gegen die Giganten – sie bedrohten die Herrschaft der Olympischen Götter – oder gegen die wilden Kentauren, die Chaos in einen geordneten Raum brachten. Im Kampf der Griechen gegen die Amazonen, ein Frauenvolk, das die griechischen Regeln der Rollenverteilung verletzte, kam die (männliche) Grundangst vor einer möglichen Umkehrung der gesellschaftlichen Ordnung zum Ausdruck. Grenzenlos grausam? weiterlesen

Das Schiffswrack von Antikythera

Der versunkene Schatz
27.09.2015 – 27.03.2016
Antikenmuseum Basel 

Um ungefähr 70 v. Chr. sank ein grosses Frachtschiff vor der griechischen Insel Antikythera, zwischen Kreta und der Peloponnes. Es war mit dutzenden Statuen aus Marmor und Bronze beladen, sowie mit Keramik, Möbeln und Gefässen aus Silber und Glas. Bereits im Jahre 1900 bargen griechische Schwammtaucher die ersten Skulpturen. 1976 führte Jacques-Yves Cousteau die Untersuchung der Fundstelle mit seinem legendären Forschungsschiff Calypso fort. Seit 2014 finden vor Antikytheras Küste neue Ausgrabungen mit modernsten technischen Mitteln statt. Das Schiffswrack von Antikythera weiterlesen

Wann ist man ein Mann?

Wann ist man ein Mann?
06.09.2013 – 30.03.2014
Antikenmuseum und
Skulpturhalle Basel
www.antikenmuseumbasel.ch

Das Antikenmuseum am St. Alban-Graben 5 und die dazugehörende Skulpturhalle an der Mittleren Strasse 17 gehen neue Wege. Sie präsentieren parallel an beiden Standorten die Ausstellung «Wann ist man ein Mann?»

Unter dem Titel Das starke Geschlecht in der Antike thematisiert das Antikenmuseum Männerbilder und –rollen im alten Griechenland. Mit Athlet und Wettkampf in der Antike fokussiert die Skulpturhalle auf die damals exklusive Männerdomäne Sport.

Torso eines nackten Athleten, des sogenannten Diadumenos («der sich eine Siegerbinde um den Kopf legt»), Marmor, römisches Werk nach einer Bronzestatue des griechischen Bildhauers Polyklet aus der Zeit um 420 v. Chr.
Torso eines nackten Athleten, des sogenannten Diadumenos («der sich eine Siegerbinde um den Kopf legt»), Marmor, römisches Werk nach einer Bronzestatue des griechischen Bildhauers Polyklet aus der Zeit um 420 v. Chr.

Im Antikenmuseum begleitet das Publikum einen Mann aus dem antiken Athen auf einem beispielhaften Lebensweg von der Kindheit bis zum Tod. Dabei erfahren die Besucherinnen und Besucher, wie aus einem Knaben ein richtiger Mann wurde. Die Ausstellung zeigt auf, welche Ideale und Normen die Gesellschaft den jungen Männern vermittelte. Vasen, Statuen und Reliefs zeigen den idealen griechischen Mann und stehen dabei im Dialog mit heutigen Darstellungen von Männern. Die Ausstellung zeigt Trouvaillen aus der Welt der Magazine für den modernen Mann und stellt den Originalobjekten moderne Objekte gegenüber. Im vielfältigen Begleitprogramm fragt das Museum nach heutigen Männerrollen und Männerbildern.
Sport war im antiken Männerleben zentral und hatte in der Kunst einen sehr hohen Stellenwert. In der Ausstellung in der Skulpturhalle sind Skulpturen, Vasen und andere Objekte mit Sportlerdarstellungen sowie antike Sportgeräte zu einer wohl einmaligen Dokumentation des antiken Sports zusammengeführt. Sport hatte einerseits einen praktischen Grund: Er diente der Vorbereitung für den Krieg. Andererseits musste ein griechischer Mann einen trainierten Körper haben und gut aussehen, um moralisch vollkommen zu sein.
Zunächst begibt sich das Publikum in die antiken Trainingsstätten Gymnasion und Palästra. Hier erfahren die Besucher und Besucherinnen, wie ein Training in der Antike ablief und wie wichtig den alten Griechen ein schöner Körper war. Danach gelangt das Publikum in ein grosses Stadion. Dort werden die antiken olympischen Disziplinen Laufen, Fünfkampf, Ringen, Faustkampf, Pankration (eine Art Allkampf) sowie das Pferde- und das Wagenrennen vorgestellt. In Videos und Texten vergleicht die Ausstellung die antike und die heutige Durchführung dieser Sportarten.
Beide Ausstellungen sind dreisprachig: deutsch, französisch, englisch.

Enthousiasmos
Fotoprojekt von Brigitte Vincken
Parallel zur Ausstellung Wann ist man ein Mann? zeigt die niederländische Fotografin Brigitte Vincken im Antikenmuseum eine Auswahl aus dem Projekt Enthousiasmos (2012). Zu sehen sind Bilder von griechischen und römischen Statuen, die ein Helikopter mitten im verschneiten Oberengadin absetzte. Männliche Models umarmen die antiken Skulpturen und tanzen mit ihnen, bis die lebendigen Körper mit den steinernen verschmelzen.