Archiv der Kategorie: Museum Frieder Burda, Baden-Baden/D

Die Bilder der Brüder

Eine Sammlungsgeschichte der Familie Burda

Museum Frieder Burda | 12.05.2020 – 04.10.2020

Die Familie Burda und die Kunst – eine leidenschaftliche Beziehung. Aber wie fing eigentlich alles an? Was die Eltern Aenne und Franz Burda sammelten, förderte früh die Begeisterung der drei Brüder Franz, Frieder und Hubert für die Kunst. Eine Leidenschaft fürs Leben entstand. Die Bilder der Brüder weiterlesen

Die amerikanische Sicht in Baden-Baden

America! America!
How real is real?
09.12.2017 – 27.05.2018
Museum Frieder Burda

Mythen, Projektionen, Sehnsüchte: In Zeiten von «Fake News» und «Alternative Facts» wird deutlich, wie sehr der amerikanische Traum mit emotional aufgeladenen Bildern und Symbolen verwoben ist. Zugleich ist sich wohl kaum eine andere Nation der Wirkungskraft von Bildern so bewusst. Die Images des «American Way of Life», die in den Medien und der Unterhaltungsindustrie produziert werden, können bestehende Machtverhältnisse und Vorstellungen von Wirklichkeit zementieren, aber auch radikal infrage
stellen.

Andy Warhol, Most Wanted Men No. 6, Thomas Francis C. (Front View), 1963, Sammlung Froehlich, Stuttgart
Andy Warhol, Most Wanted Men No. 6, Thomas Francis C. (Front View), 1963, Sammlung Froehlich, Stuttgart

Mit rund 70 Meisterwerken der US-Gegenwartskunst, wie Andy Warhols Race Riot (1964), Jeff Koons lebensgrosser Skulptur Bear and Policeman (1988) oder Jenny Holzers Leuchtschriftinstallation Truisms (1994) zeigt America! America! How real is real?, wie Künstler von den 1960er-Jahren bis heute die amerikanische Realität kommentieren. Mit Werken aus der Sammlung Frieder Burda und zahlreichen hochkarätigen Leihgaben lädt die Schau zu einer Exkursion durch die visuelle Kultur Amerikas ein.
Schon die Stars der Pop Art wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder James Rosenquist transformieren die Oberflächen der Konsumkultur in eine Kunst, die von ungeheurer Verführung und kühler Distanz spricht. Indem sie die Methoden der kommerziellen Bildproduk­tion übernehmen, verabschieden sie sich von den traditionellen Vorstellungen von Authentizität. Das Gefühl von Entfremdung verkörpern auch die Werke der grossen US-Maler der 1980er. Die psychologisch aufgeladenen Leinwände von Eric Fischl, die hermetischen Szenen von Alex Katz, die riesigen Film-Noir-artigen Grafitzeichnungen von Robert Longo sezieren die Träume und Ängste einer verunsicherten weissen Mittelschicht. Zur selben Zeit erobern Künstler wie Jeff Wall oder Cindy Sherman die Szene, die unsere medial geprägte Wahrnehmung kritisch reflektieren. Sie werden zu Vorbildern für nachfolgende Generationen. Mit den Strategien der Konzeptkunst, Performance und Fotografie schaffen sie Bildwelten, in denen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung zerfliessen: How real is real?

Rodney Graham – Spiel mit Mythen der Kunst

Rodney Graham. Lightboxes
08.07.2017 – 26.11.2017
Museum Frieder Burda

Wie kaum ein anderer Gegenwartskünstler hat sich der Kanadier Rodney Graham (*1949) auf die Spuren der Lebenswelten des 19. und 20. Jahrhunderts begeben. Dabei arbeitet er seit den 1970er- Jahren an einem rhizomartigen, konzeptionellen Werk, das immer wieder neue Zeit- und Genresprünge wagt. In seinem Schaffen verknüpft er Film, Fotografie, Installation, Performance, Malerei, Literatur und Musik. Graham appropriiert Stile, Moden und Diskurse von der Romantik bis zur Postmoderne, um sie mit leiser Ironie zu kommentieren, weiterzudenken, umzuschreiben. Seine Inspirationsquellen reichen von Grössen wie Sigmund Freud, Richard Wagner oder Edgar Allan Poe bis zu Pop-Heroen wie Kurt Cobain. Rodney Graham – Spiel mit Mythen der Kunst weiterlesen

Gesteuerter Zufall mit Wort- und Bildwitz

Sigmar Polke
Alchemie und Arabeske
11.02.2017 – 21.05.2017
Museum Frieder Burda/Baden-Baden

Sigmar Polke (1941–2010) gehört zu den grössten Bild-Erfindern und bedeutendsten Malern Deutschlands. Seine Werke leben von gesteuerten Zufällen und bergen geheimnisvolle Überraschungen. Sie werden von einem besonderen Wort- und Bildwitz begleitet, der alles kategorisch Strenge durchbricht.

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda konzentriert sich auf zwei wesentliche Merkmale in Polkes Arbeiten. Sie rückt unter dem Aspekt Alchemie die zufällig bis chaotisch erscheinenden Bildgründe seiner Malerei in den Fokus, die durch ungewöhnliche Substanzen entstehen, was zu eigenwilligen Farbverläufen führt. In anderen Werken reagieren mineralische Zusätze auf klimatische Veränderungen. Der Alchemie steht der Aspekt Arabeske gegenüber – ornamentale Liniengebilde, die Polke etwa Holzschnitten Albrecht Dürers und Albrecht Altdorfers entnahm. Er malte aber auch seine eigenen Handlinien oder generierte Zufallslinien.

Sigmar Polke ist diesen wie zufällig erscheinenden, selbst gewählten Ordnungen auch in anderen Materialien und Medien nachgegangen, so goss er Asphaltritzen mit geschmolzenem Gold aus, fotografierte das schnörkelige Wachstum von Weinreben oder radioaktives Urangestein. Er filmte chemische Farbexperimente und sammelte fluoreszierendes Uranglas, interessierte sich für Zerrspiegel. Die Ausstellung in Baden-Baden präsentiert neben hochkarätigen Gemälden erstmals die in den USA entstandenen «Goldstücke» sowie eine grosse Anzahl an Fotografien und zwei Filme, Urangestein-Fotografien, Polkes eigene Sammlung an Uranglas-Objekten, Zerrspiegel und Filmmaterial des Künstlers.

Kurator der Ausstellung ist Helmut Friedel. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Bice Curiger, Helmut Friedel und Barbara Vinken im Schirmer/Mosel Verlag.

«Die Kerze» im Museum Frieder Burda

«Die Kerze»
22.10.2016 – 29.01.2017
Museum Frieder Burda/D

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden zeigt im Herbst/ Winter 2016 eine grosse Themenausstellung zum Motiv der Kerze. Das Gemälde Kerze (1982) von Gerhard Richter, das zu den bedeutendsten Bildern der Sammlung Frieder Burda zählt, hat sich zu einer wahren Bild-Ikone entwickelt. Die grosse Anziehungskraft, die von dem faszinierenden Werk ausgeht – bereits 1988 wählte es die US-Band Sonic Youth für den Titel ihres Albums Daydream Nation –, gibt Anlass für eine Schau, die das prominente Bildmotiv der Kerze mit seinen vielfältigen Bedeutungen genauer untersucht. «Die Kerze» im Museum Frieder Burda weiterlesen

Coming soon: Gerhard Richter – Birkenau

6. Februar 2016 – 29. Mai 2016
Museum Frieder Burda, Baden-Baden/D

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda zeigt abstrakte Werke von Gerhard Richter. Im Zentrum steht ein Hauptwerk des Malers, das vierteilige ungegenständliche, zutiefst ergreifende Werk mit dem Titel „Birkenau“ (WZ 937 1-4), das 2014 entstand. Gerhard Richter nimmt darin Bezug auf Fotografien, die 1944 im Konzentrationslager Birkenau von Mitgliedern des jüdischen Sonderkommandos aufgenommen wurden. Diese Fotodokumente bilden den Ausgangspunkt, die erste Schicht seiner Malerei, der viele weitere überarbeitende Malvorgänge folgen.

Fotografien von den Opfern des Holocaust und des Naziterrors finden sich seit Mitte der 1960er Jahre an mehreren Stellen in Gerhard Richters „Atlas“, einer Sammlung von Fotos, Zeitungsausschnitten und Skizzen, die der Künstler von 1962 bis heute zusammengeführt hat. Entsprechende „Atlas“-Tafeln werden in Baden-Baden in Verbindung zu den großformatigen Birkenau-Arbeiten gesetzt. Allein für die Eingangshalle des Bundestags in Berlin hat Richter eine Vielzahl an Aufnahmen gesammelt und den Versuch unternommen, danach Bilder zu malen. Alle früheren Ansätze scheiterten jedoch, so dass es erst mit den „Birkenau-Bildern“ erstmals zu einer malerischen Lösung durch den Künstler kommen konnte. Dass die Befassung mit diesem großen Thema mit dem Malvorgang noch nicht beendet ist, zeigt eine weitere Umsetzung der Gemälde in gleich große Fotografien sowie 93 fotografische Details aus dem Werk.

Gerhard Richter, Birkenau, 2014; Privatsammlung © Gerhard Richter, 2015
Gerhard Richter, Birkenau, 2014; Privatsammlung © Gerhard Richter, 2015

Diese Methode der Detailbetrachtung hat Richter gelegentlich aufgegriffen. Nachvollziehbar wird dieser Prozess bei dem ausgestellten Werk „Halifax“, 1978, in dem er 128 Ausschnitte seines Gemäldes „Abstraktes Bild“ (früherer Titel „Halifax“, WVZ 432-5) in Schwarzweiß zu einer Darstellung von Struktur umdeutete. Besonders beeindruckend ist hierbei auch die ebenfalls gezeigte Serie „War Cut“, die Nachrichten vom beginnenden Irak-Krieg verarbeitet. 216 farbige Details aus dem „Abstrakten Bild“, 1987 (WVZ 648-2) hat Gerhard Richter in der dazugehörigen Publikation Texten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 20. und 21. März 2003, den ersten Tagen des Irak-Kriegs, zugeordnet. Er ging dabei streng formal vor und erzielte dennoch mit seinen ungegenständlichen Bildern erstaunliche Bezüge zu den Textinhalten.

Der Ausgangspunkt der malerischen Strategie von Gerhard Richter, dem auch bei seinen Abstraktionen stets ein Bezug zum Abbild eigen ist, wird im Kontext von Werken weiterer bekannter Künstler verdeutlicht. Diese kommen zum Großteil aus dem Umfeld der Galerie Konrad Fischer, mit der Richter in den 1960er Jahren in lebhaftem Austausch stand.

Zu sehen sind abstrakte Meisterwerke von Carl Andre, Sol LeWitt, Blinky Palermo, Imi Knoebel oder Sigmar Polke. Aber auch Andy Warhol und die abstrakten Expressionisten Clyfford Still, Adolph Gottlieb und Willem de Kooning belegen, wie zeitgenössische Künstler gerade mithilfe der Abstraktion in der Lage sind, das Unbeschreibliche festzuhalten oder das Nichtdarstellbare abzubilden. Die Werke, darunter beeindruckende Wand- und Bodenplastiken (Sol LeWitt, Carl Andre), zeigen die unterschiedlichen Ansätze der Künstler und das hohe Potential der Abstraktion zur Darstellung von Realität oder zur Abwendung jeglicher Gegenständlichkeit. Auch thematisiert die Schau unsere Wahrnehmung und Emotionen, die allein Formen und Farben – jenseits einer Darstellung realer Objekte – auslösen.

Hochkarätige Leihgaben aus internationalen Sammlungen und Museen sowie aus Privatbesitz ergänzen die zahlreichen Exponate aus der Sammlung Frieder Burda.

Andreas Gursky in Baden-Baden

Andreas Gursky
03.10.2015 – 24.01.2016
Museum Frieder Burda/D

Der Düsseldorfer Fotograf Andreas Gursky (geb. 1955 in Leipzig) gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler: Sachlich und präzise fängt er die Brennpunkte der modernen Lebenswelten und der globalen Realität ein. Jede Gesamtkomposition ist ein technisches und bildnerisches Meisterwerk und längst im kollektiven Bildgedächtnis eingeschrieben. Andreas Gursky in Baden-Baden weiterlesen

Franz Gertsch. Geheimnis Natur

Franz Gertsch, Soufrière (Guadeloupe) 2012/13, Besitz des Künstlers, © Franz Gertsch 2013
Franz Gertsch, Soufrière (Guadeloupe) 2012/13, Besitz des Künstlers, © Franz Gertsch 2013

Franz Gertsch
Geheimnis Natur
26.10.2013 – 16.02.2014
Museum Frieder Burda/D

Franz Gertsch (*1930 in Mörigen/Schweiz) zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Mit seiner fotorealistischen Malerei und seinem in Technik und Format einzigartigen Holzschnittwerk hat er sich international ein herausragendes Renommee erworben. Von seinem Durchbruch auf der documenta 5 in Kassel 1972 bis zur Präsentation seiner Werke auf den Biennalen in Venedig 1999 und 2003 spannt sich ein reiches malerisches und grafisches Werk. Es nähert sich auf ganz besondere Weise der Wirklichkeit an und bewahrt dennoch immer etwas Geheimnisvolles.

Franz Gertsch, Silvia I 1998, Museum Franz Gertsch, Burgdorf, © Franz Gertsch 2013, Foto: Dominique Uldry, Bern
Franz Gertsch, Silvia I 1998, Museum Franz Gertsch, Burgdorf, © Franz Gertsch 2013, Foto: Dominique Uldry, Bern
Die Ausstellung im Museum Frieder Burda wurde in enger Kooperation mit Franz Gertsch vorbereitet und von Götz Adriani kuratiert. Das Frühwerk ist mit drei Werken des Künstlers aus den 1970er-Jahren vertreten, die den Einstieg in die Schau geben. Den Schwerpunkt bilden neuere Arbeiten, die in Deutschland noch nie ausgestellt waren, darunter das erst 2013 fertiggestellte Triptychon Guadeloupe mit den Bildern Bromelia, Maria und Soufrière. Ausserdem sind die berühmten Frauenporträts, wie Silvia und Johanna, zu sehen, die allein schon durch ihre Grösse beeindrucken und dadurch etwas Unwirkliches, Entrücktes bekommen. Auch die Jahreszeiten-Bilder scheinen trotz ihrer mikroskopisch genauen Darstellungsweise das Geheimnis der Natur nicht preisgeben zu wollen. Sie sind im grossen Saal ausgestellt und geben den Eindruck, als hielte die umgebende Natur Einzug in das Museum und ergreife ganz von ihm Besitz.
Figurenbilder und Landschaften bilden die zentralen Motive von Franz Gertsch. Er überträgt sie in einem für ihn charakteristischen, aufwendigen und langwierigen Verfahren auf die Leinwand. Der künstlerische Produktionsprozess erstreckt sich über Monate, mitunter Jahre. Seit den späten 1980er-Jahren fertigt Franz Gertsch auch grossformatige Holzschnitte an, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind. Punkt für Punkt schneidet er hierbei mit einem feinen Hohleisen das Motiv aus dem Holz. Im Unterschied zu seinen Gemälden wirken diese Drucke durch die Technik und die monochrome Farbgebung abstrakter und entrückter.
Die Ausstellung bietet mit 31 monumentalen Gemälden und Holzschnitten einen guten Einblick in das Werk des Künstlers und verdeutlicht, dass sein Schaffen in seiner Bedeutung weit über die fotorealistische Wiedergabe hinausreicht.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Hatje Cantz, in dem alle Werke abgebildet sind. In einem grossen Interview mit Götz Adriani erläutert Franz Gertsch seine Arbeitsweise und sein Werk, das eng mit seinem Leben verbunden ist.

Fernand Léger und Henri Laurens

Zwei Ikonen der klassischen Moderne im Museum Frieder Burda in Baden-Baden Gemälde und Skulpturen der beiden Franzosen im Dialog

Léger – Laurens
Tête-à-Tête
23.06.2012 – 04.11.2012
Museum Frieder Burda/D

Sechs Jahre lang arbeitete Fernand Léger an dem Mammutwerk Composition aux deux perroquets (Komposition mit zwei Papageien). Auf vier Metern Breite und fast fünf Metern Höhe erstreckt sich das imposante Ölgemälde, eine Hommage an die Welt der Akrobaten. Léger, 1881 in der Normandie geboren, war fasziniert von der neuen Technik, aber auch von den Akrobaten, die sich beweglich zu menschlichen Pyramiden türmten. Er malte sie beinahe skulptural, ohne Schatten, mit voluminösen Figuren. Mit runden Formen und Volumen beschäftigte sich auch der Bildhauer Henri Laurens, der zur selben Zeit wirkte und mit Léger befreundet war.

Verblüffende Parallelen ergeben sich daher in der grossen Doppelausstellung Léger – Laurens. Tête-à-Tête im Museum Frieder Burda, die vom 23. Juni bis 4. November 2012 zu sehen ist. Erstmals sind die Werke dieser beiden Künstler, die prägend für die Moderne waren, gleichzeitig zu sehen.

Rund 80 Arbeiten werden präsentiert, darunter bedeutende Leihgaben aus dem Centre Pompidou in Paris und aus privaten Sammlungen. Kurator Jean-Louis Prat, ehemaliger Direktor der Fondation Maeght, hat thematische Parallelen herausgearbeitet, um zwei Ikonen der Klassischen Moderne in einem neuen Licht zu entdecken.

Fernand Léger gehört zu den herausragenden Vertretern der Moderne des beginnenden 20. Jahrhunderts. Wie seine Freunde Pablo Picasso und Georges Braque setzt er sich mit seiner Zeit auseinander und erarbeitet in der kubistischen Phase seines Schaffens Bilder in kräftigen Farben, die «Formkontraste». Gleichzeitig mit Henri Laurens, den er 1910 kennenlernte, hatte er ein Atelier in der berühmten Pariser Künstlerkolonie La Ruche. Unter Einfluss der Kriegsmaschinerien begann seine période mécanique (mechanische Periode). Léger selbst wäre bei einem Einsatz im Ersten Weltkrieg beinahe ums Leben gekommen. Der Mensch wird fortan als anonymes Objekt dargestellt. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitet Léger in New York und verwendet nun leuchtende, reine Farben, die sich schon bald von den Formen lösen.

Henri Laurens erhält früh eine handwerkliche Ausbildung. Tagsüber lernt er auf Bauplätzen Steine zu behauen, abends besucht er Zeichenkurse. Als er mit dem Kubismus in Berührung kommt, entwickelt sich die Idee, in Plastiken, Reliefs und Collagen den analytischen Kubismus in die dritte Dimension zu übertragen. Auch Laurens war eng mit Georges Braque und Pablo Picasso befreundet. 1921 löst sich Laurens vom Kubismus und wendet sich der menschlichen Figur und dem Volumen zu. Die Dreissigerjahre sind von massigen, dynamischen, häufig aus Bronze gefertigten Kompositionen geprägt. Dabei findet Laurens zu einem organischen, kurvigen Stil, in dem er abstrahierte, rhythmisch bewegte Figuren – meist weibliche Akte – von poetischer Kraft realisiert.

Ein Fest der Farben in Baden-Baden

Emil Nolde, Frühling im Zimmer, 1904
Emil Nolde, Frühling im Zimmer, 1904

Emil Nolde. Werkschau im Museum Frieder Burda
Leuchtendes Rot, dunkles Blau und intensives Lila, in solch ausdrucksstarken Farben malte Emil Nolde romantische Landschaften und dramatische Meeresbilder. Alle seine Bilder verbindet die emotionale Kraft der Farben. Nolde (1867–1956) zählt zu den wichtigsten Künstlern des Expressionismus. In einer umfangreichen Werkschau werden im Museum Frieder Burda die zentralen Themen seines künstlerischen Schaffens vorgestellt. Neben Landschaften sind Figurenbilder und Bildnisse zu sehen, ebenso religiöse Motive sowie Impressionen seiner Südseereise. Emil Nolde. Die Pracht der Farben, heisst die grosse Sommerausstellung, die vom 15. Juni bis 13. Oktober 2013 im Museum Frieder Burda zu sehen sein wird. Es ist seit vielen Jahren die erste grosse Nolde-Ausstellung in Süddeutschland. Gezeigt werden 58 Ölgemälde und 22 Aquarelle, von den Anfängen bis zum Spätwerk des Künstlers. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Nolde Stiftung Seebüll und wird von Manfred Reuther, dem ehemaligen Direktor der Nolde Stiftung, kuratiert.
Die farbintensiven Malereien offenbaren die Vielschichtigkeit der Lebenswelt von Emil Nolde. Manfred Reuther: «Noldes künstlerische Entwicklung war von Anbeginn seines bildnerischen Arbeitens der Weg zur Farbe als seinem eigentlichen Ausdrucksmittel, das er zunehmend virtuos zu handhaben verstand. Emil Nolde
15.06.2013 – 13.10.2013
Museum Frieder Burda

Die Skulpturen der Maler in Baden-Baden

Die Skulptur der Maler – Malerei und Plastik im Dialog
05.07.2008 – 26.10.2008 | Museum Frieder Burda

Das Museum Frieder Burda zeigt Meisterwerke eines Jahrhunderts mit 150 Gemälden und Skulpturen von Degas, Gauguin, Matisse über Picasso, Giacometti, Beckmann bis zu Baselitz

Unter dem Titel «Die Skulpturen der Maler- Malerei und Plastik im Dialog» zeigt die Sommerausstellung im Museum Frieder Burda in Baden-Baden Meisterwerke eines Jahrhunderts von Künstlern wie Degas, Miro, Picasso, Modigliani, Giacometti, Chagall, Kirchner, Beckmann und Baselitz. Die Ausstellung wird 150 Arbeiten umfassen. Das Baden-Badener Museum präsentiert damit neben den herausragenden Gemälden erstmals in grösserem Umfang Skulpturen. Es wird eine direkte Gegenüberstellung von Bildern und plastischen Arbeiten geben. Zu den ausgestellten Künstlern zählen auch Willem de Kooning, Paul Gauguin, Henri Matisse, Georges Braque, Jean Dubuffet, Antoni Tapies und Max Ernst. Insgesamt werden mehr als zwanzig Künstler von Weltgeltung präsentiert.
«Das 20. Jahrhundert ist besonders reich an Künstlern, die ebenso Maler wie Bildhauer sind», sagt der Kurator der Ausstellung, Jean-Louis Prat. «Grosse kreative Geister, die ‹von Haus aus› eigentlich Maler sind, nutzen ihre bildhauerische Erfahrung, um mit grosser Freizügigkeit neue Wege zu gehen. Die Entdeckung des Räumlichen veranlasst zahlreiche Maler, sich vorübergehend von der Farbe und von der Zweidimensionalität der Leinwand zu verabschieden. Mit traditionellen oder neu gefundenen Materialien schaffen sie eine Skulptur, die ihre Sensibilität und ihr Temperament zum Ausdruck bringt. Die Ideen erhalten bei ihnen einen neuen Stellenwert. Ab jetzt wird die Skulptur lebensnäher.»
Jean-Louis Prat war mehr als 30 Jahre lang Direktor der renommierten Fondation Maeght im südfranzösischen St. Paul de Vence und gilt als weltweit beachteter Experte zum Thema Skulptur. Im Jahr 2006 kuratierte Prat die grosse Chagall-Ausstellung im Museum Frieder Burda in Baden-Baden, die von über 190.000 Kunstinteressierten besucht wurde. Die Exponate für die Baden-Badener Sommerausstellung 2008 stammen weltweit aus bedeutenden Sammlungen und Museen. Schwerpunkte sind Sammlungen aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland, aber auch aus USA und Spanien.

Die Liste der ausgestellten Künstler: Georg Baselitz, Max Beckmann, Georges Braque, Marc Chagall, Honoré Daumier, Edgar Degas, Jean Dubuffet, Max Ernst, Paul Gauguin, Alberto Giacometti, Ernst Ludwig Kirchner, Yves Klein, Willem de Kooning, Markus Lüpertz, Henri Matisse, Joan Miró, Amedeo Modigliani, A. R. Penck, Pablo Picasso, Antoni Tàpies, Cy Twombly.

Gerhard Richter – Bilder aus privaten Sammlungen

Gerhard Richter – Bilder aus privaten Sammlungen
19.01.2008 – 27.04.2008
Museum Frieder Burda

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden/D zeigt über sechzig Hauptwerke aus den Jahren 1963 bis 2007

Gerhard Richter, 25 Farben, 2007
Gerhard Richter, 25 Farben, 2007

Das Museum Frieder Burda steht noch bis zum 27. April ganz im Zeichen des Werkes von Gerhard Richter. Mehrere private Sammlungen zeigen ihre wichtigsten Richter-Werke in Baden-Baden. Darunter befinden sich Bilder aus den Sammlungen Böckmann (Berlin), Ströher (Darmstadt) und Frieder Burda. Weiter hat Gerhard Richter mehrere Bilder aus seinem persönlichen Besitz zur Verfügung gestellt. Die Schau mit mehr als 60 überwiegend grossformatigen Arbeiten aus den Jahren 1963 bis 2007 stösst auf grosse internationale Resonanz.
Gerhard Richter hat es selbst übernommen, die Baden-Badener Schau im Museum Frieder Burda zu kuratieren. Dem Künstler ist sehr daran gelegen, seine Bilder in einen spannungsvollen Dialog mit der Museumsarchitektur von Richard Meier zu bringen. Die Werke aus den wichtigsten Richter-Sammlungen geben einen umfassenden Einblick über vierzig Jahre Werkentwicklung, die sowohl die deutsche Nachkriegsgeschichte als auch das Medium der Malerei reflektiert. Zwischen nahezu fotorealistischen Bildern und grossen, in ihrer expressiven Farbigkeit und technischen Perfektion bestechenden abstrakten Kompositionen präsentiert sich das sehr komplexe Werk Richters. Götz Adriani schreibt im Katalog: «Richter ist im globalen Vergleich zu einer Instanz des Mass-Gebens und des Mass-Haltens über lange Zeiträume hinweg geworden. Deshalb ist er auch der einzige deutsche Künstler, dem zu Lebzeiten im Museum of Modern Art in New York eine aufwendige Retrospektive zuteil wurde.»

Gerhard Richter, Mädchen Baker, 1965
Gerhard Richter, Mädchen Baker, 1965

Die Sammlungen, die in Baden-Baden gezeigt werden, ergänzen sich nahtlos. Vorbild ist der Erfolg der umfassenden Polke-Retrospektive mit drei Privatsammlungen im Museum Frieder Burda 2007. Nach diesem Prinzip sind weitere Ausstellungen in Baden-Baden geplant, darunter im Frühjahr 2009 Georg Baselitz.
Die Richter-Ausstellung wird im Anschluss an Baden-Baden vom 9. Mai 2008 bis zum 2. Juli 2008 im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 im Peking National Art Museum of China, Peking, gezeigt.