Heidi Bucher. Metamorphosen I

Kunstmuseum Bern

bis 07.08.2022

Die Schweizer Künstlerin Heidi Bucher (1926–1993) zelebrierte in ihrem Schaffen die Ablösung vom Alten und die Auferstehung in einer neuen Haut. Das Kunstmuseum Bern widmet dieser wichtigen und zu Unrecht lange vergessenen Künstlerin die bisher grösste Retrospektive in der Schweiz und zeigt ihr vielseitiges Gesamtwerk.

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Carlo Borer – Sleeping with the Gods

Kulturstiftung Basel H. Geiger
5. Mai bis 10. Juli 2022

So wie die Natur die Fähigkeit zur Rückeroberung des menschlichen Lebensraums hat, so werden Carlo Borers raumfüllende Installationen sich unter dem Titel «Sleeping with the Gods» den Ausstellungsraum der Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G vom 5. Mai bis 10. Juli einverleiben. Die unterschiedlichen Installationen und organischen Formen der eigens für den Ausstellungsraum entworfenen und in einem hochkomplexen Verfahren angefertigten Arbeiten aus poliertem Edelstahl sind dabei bis auf den Bruchteil eines Millimeters präzise kalkuliert. Jede Verjüngung oder Erweiterung der Form speist sich aus Meilensteinen auf der Zeitleiste der Evolutionsgeschichte. Einerseits aus Daten der Bevölkerungsentwicklung der Erde, gestützt auf Modellierungen der Uno, oder aus der dramatischen Regression der Artenvielfalt im Tierreich. Eine formschöne, wie auch eindringliche künstlerische Demonstration, wie beides in Zusammenhang steht. Carlo Borer – Sleeping with the Gods weiterlesen

Editorial Ausgabe Frühjahr 2022

Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde

Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler
Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler

Natürlich sind Künstler und Künstlerinnen ebenfalls und Museen ganz besonders von der Corona-Krise betroffen. Trotzdem sind die Basler Museen auch unter den erschwerten Bedingungen in Pandemiezeiten weiterhin geöffnet, ja sie bieten hochattraktive Ausstellungen und Veranstaltungen an. Dies, obwohl der personelle, organisatorische und finanzielle Aufwand, der erforderlich ist, um Museumsprogramme zu realisieren, erheblich gestiegen ist. Wenn Sie die Basler Museen in diesem Frühjahr besuchen, werden Sie voraussichtlich wenig bis gar nichts davon merken. Ganz im Gegenteil: Ausstellungsmässig herrscht in Basel ein Goldenes Zeitalter. Ermöglicht wird dies in erster Linie durch die Steuerzahlenden des Kantons
Basel-Stadt, kulturfördernde Sponsoren und insbesondere grosszügiges privates Mäzenatentum. Dass sie unsere Kulturinstitutionen auch in Krisenzeiten unterstützen, bildet die Grundlage für Basels «Kunststücke». Editorial Ausgabe Frühjahr 2022 weiterlesen

Georgia O’Keeffe – die kühne und radikale Art des Sehens

Fondation Beyeler

23.01.2022 – 22.05.2022

Die Fondation Beyeler widmet ihre Frühjahrsausstellung Georgia O’Keeffe (1887–1986), einer der bedeutendsten Malerinnen und Ikone der modernen amerikanischen Kunst.

Mit der grossen Retrospektive zu Georgia O’Keeffe (1887–1986) präsentiert die Fondation Beyeler eine der bedeutendsten Malerinnen und eine herausragende Persönlichkeit der modernen amerikanischen Kunst. Mit 85 Werken aus allen Schaffensphasen bietet die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die lange, sechs Jahrzehnte umspannende Karriere und das facettenreiche Œuvre der Künstlerin.  Georgia O’Keeffe – die kühne und radikale Art des Sehens weiterlesen

Party for Öyvind – Öyvind Fahlström & Friends

Museum Tinguely | 16.02.2022 – 01.05.2022

Andres Pardey, Vizedirektor Museum Tinguely

Von Andres Pardey

Das Museum Tinguely zeigt mit Party for Öyvind das Werk eines der innovativsten und initiativsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Öyvind Fahlström (1928–1976) hat in seiner kurzen Schaffenszeit ein in jeder Hinsicht Grenzen sprengendes Œuvre geschaffen. Diese einzigartige Ausstellung umfasst bildende Kunst,
Poesie, Theater, Literatur, Musik, Tanz und Film und spiegelt die grosse Vielfalt des Ausdrucks innerhalb des internationalen Netzwerks von Künstler*innen wider, die den schwedischen Künstler inspirierten und die von ihm inspiriert wurden.

Der Ausstellungstitel zitiert die Einladungskarte, die Patty und Claes Oldenburg zu einer Feier anlässlich des Geburtstags von Öyvind Fahlström und seiner ersten Einzelausstellung in der legendären Sidney Janis Gallery in New York 1967 verschickten. Die Party war eine Riesensache mit mehreren Hundert Gästen, von denen viele auch in der Ausstellung vertreten sind.

Öyvind Fahlström wurde 1928 als Sohn skandinavischer Eltern in São Paulo, Brasilien, geboren. Im Juli 1939, im Alter von elf Jahren, reiste er alleine nach Stockholm, um während sechs Monaten seine Verwandten zu besuchen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte eine Rückreise, sodass Fahlström den Rest seiner Kindheit und Jugend in Stockholm bei einer Tante verbrachte. Nach dem Krieg studierte er in der schwedischen Hauptstadt Kunstgeschichte und Archäologie. Ab 1952 lebte er in Rom, tauchte alsbald in die Kunstszene ein, schuf erste Werke und freundete sich mit Künstlern wie dem Maler Giuseppe Capogrossi an, dessen Umgang mit Zeichen und Symbolen für den viel jüngeren Schweden eine wichtige Inspiration war. Fahlström berichtete als Korrespondent schwedischer Zeitungen im Feuilleton über Rom – so unter anderem über Robert Matta oder
Cy Twombly. 

Zurück in Stockholm, pflegte Fahlström seine Freundschaften mit Künstler*innen, Kunsthistoriker*innen, Museumsmenschen, Musiker*innen und vielen anderen Kreativen. Mit dem
Moderna Museet, das 1959 eröffnet wurde, verband Fahlström von Anfang an eine enge Beziehung, die in viele spartenübergreifende Projekte mündete und ihn später zu einem der Botschafter des Museums in den USA werden liess.

Erste internationale Ausstellungen folgten, so insbesondere 1958 in der Galerie Daniel Cordier in Paris, wo Fahlström enge Bande zu Jean-Jacques Lebel und Alain Jouffroy knüpfte, den Organisatoren von Anti-Procès (1, 1960), einer Manifestation von Künstler*innen gegen die französische Kriegspolitik in Algerien sowie gegen die Apartheid in Südafrika, deren Manifest auch Fahlström unterschrieb. 1961 reiste Fahlström mit seiner Partnerin Barbro
Östlihn, die er 1960 geheiratet hatte und mit der er intensiv zusammenarbeitete, zu einem einjährigen Stipendium-
aufenthalt in die USA. Billy Klüver, der schwedische Ingenieur in den Diensten der Bell Laboratories und Gründer von E.A.T. (Experiments in Art and Technology, einer Institution, die viele Künstler*innen in der technischen Umsetzung von Werken unterstützte), führte die Ankömmlinge in die New Yorker Kunstszene ein. Erste Freunde waren Patty und Claes Oldenburg. Fahlström konnte Robert Rauschenbergs Atelier übernehmen und wurde so zum Nachbarn von Jasper Johns. Er fand sich im Zentrum der rasanten Entwicklung in den USA, erlebte den Aufstieg von Pop Art und Happening. Barbro und Öyvind blieben auch nach Ablauf des Stipendiumjahres in der Stadt und waren bis zu seinem Tod 1976
Teil der Kunstszene New Yorks.

Auch mit einem Leben in NY rissen die Kontakte nach Schweden nie ab. 1966 repräsentierte Fahlström sein Land an der Biennale in Venedig, und konnte sich wohl auch deshalb nicht an HON beteiligen, der riesigen Frauenskulptur, die Niki de Saint Phalle zusammen mit Jean Tinguely und Per Olof Ultvedt 1966 im Moderna Museet installierte. Öyvind, Niki und Jean hatten sich spätestens seit Mai 1962 gekannt, als sie sich alle an Kenneth Kochs Inszenierung von The Construction of Boston beteiligten.

Fahlström betätigte sich als Poet, publizierte 1953 ein Manifest für konkrete Poesie, war Verfasser von Theaterstücken, beteiligte sich an Performances und Happenings ebenso wie an theatralischen Inszenierungen und schuf in enger Zusammenarbeit mit seiner Frau
ein künstlerisches Werk mit Gemälden, einem umfangreichen druckgrafischen Werk und raumgreifenden Installationen, das sich zwischen ‚peinture‘ und ‚comic‘ bewegte und in dem er politische, soziale und gesellschaftliche Fragen seiner Zeit aufnahm.

Party for Öyvind spiegelt eine Zeit wider, die von den Herausforderungen der Nachkriegszeit geprägt war, die aber auch einzigartige Möglichkeiten für eine neuartige Offenheit und Verspieltheit bot, als eine jüngere Generation versuchte, das Alte über Bord zu werfen und ihre eigene Lebensweise zu finden, in deren Mittelpunkt Lebenslust und Hoffnung auf die Zukunft sowie das Recht auf die eigene Identität, Sexualität und Ausdruck in Kunst, Musik, Literatur und Poesie standen.

Die Ausstellung bringt viele der einflussreichsten Künstler der 1960er und 1970er zusammen, darunter Alexander Calder, Andy Warhol, Barbro Östlihn, Carl Johan De Geer, Christer Strömholm, Claes Oldenburg, Cy Twombly, Dennis Hopper, Ernest Cole,
Faith Ringgold, Gunilla Palmstierna-Weiss, Jean Tinguely, John Cage, Kiki Kogelnik, Lee Bontecou, Lena Svedberg,
Marie-Louise Ekman, Marisol, Merce Cunningham,
Mimi Gross, Niki de Saint Phalle, Patty Oldenburg,
Peter Weiss, Robert Rauschenberg und Roy Lichtenstein. Und, natürlich, Fahlström selbst. Insgesamt sind es etwa gleich viele Künstlerinnen wie Künstler.
Die Ausstellung wird kuratiert von Barbro Schultz-Lundestam und Gunnar Lundestam, sie wurde nach einer ersten Station im
Sven-Harrys konstmuseum in Stockholm für Basel erweitert und hier von Andres Pardey und Tabea Panizzi betreut. Im Sommer 2022 wird die Ausstellung im Kunstverein in Hamburg zu sehen sein.

Louise Bourgeois x Jenny Holzer

Kunstmuseum Basel | 19.02.2022 – 15.05.2022 

Die Autorin Anita Haldemann ist Co-Kuratorin der Ausstellung «Louise Bourgeois x Jenny Holzer» am Kunstmuseum Basel. 
Die Autorin Anita Haldemann ist Co-Kuratorin der Ausstellung «Louise Bourgeois x Jenny Holzer» am Kunstmuseum Basel.

In der Ausstellung Louise Bourgeois x Jenny Holzer kommt es zu einer aussergewöhnlichen Begegnung von zwei der bedeutendsten Künstlerinnen der vergangenen fünfzig Jahre. Das Kunstmuseum Basel hat der Amerikanerin Jenny Holzer (* 1950) eine Carte blanche gegeben, Louise Bourgeois aus ihrer ganz persönlichen Perspektive vorzustellen. Sie tut dies mit vielen bisher unbekannten Werken.  Louise Bourgeois x Jenny Holzer weiterlesen

Margaret und Christine Wertheim – Wert und Wandel der Korallen

Museum Frieder Burda | 29.01.2022 – 26.06.2022

Korallenriffe auf der ganzen Welt werden durch die globale Erwärmung zerstört. Als Reaktion auf diese Umwelttragödie haben die beiden in Australien geborenen und in Kalifornien lebenden Künstlerschwestern Margaret und Christine Wertheim ein Werk geschaffen, das auf den Mitteln traditioneller Handarbeitstechniken basiert: Ihre gehäkelten Korallenriffe schillern und wuchern in Farben und Formen, die vom australischen Great Barrier Reef inspiriert sind.  Margaret und Christine Wertheim – Wert und Wandel der Korallen weiterlesen

Gabriele Münter. Pionierin der Moderne

Zentrum Paul Klee | 29.01.2022 – 08.05.2022

Als Mitglied der legendären Künstlergruppe Der Blaue Reiter zählt Gabriele Münter zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne. Die erste umfassende Retrospektive in der Schweiz zeigt nebst Gemälden, Drucken und Zeichnungen auch einen Teil ihres fotografischen Werks.

Die Künstlergruppe Der Blaue Reiter verbinden die meisten mit den Malern Franz Marc und Wassily Kandinsky. Dass auch deren beider Partnerinnen, Maria Marc und Gabriele Münter, massgeblich an der Umsetzung des Almanachs beteiligt waren, war lange Zeit weitgehend unbekannt. Auch Gabriele Münters eigenes künstlerisches Werk wurde vorwiegend im Zusammenhang mit Wassily Kandinsky rezipiert. Dabei zeigte die, sowohl als Künstlerin wie auch als Persönlichkeit, eigenwillige Münter schon in jungen Jahren ein ausgeprägtes Talent für künstlerische Bildkompositionen und erfand sich im Laufe ihrer rund sechzig Jahre andauernden Karriere in einem von Männern dominierten Berufsfeld immer wieder neu. 

Das Zentrum Paul Klee zeigt in der ersten umfassenden Retrospektive in der Schweiz das vielseitige Gesamtwerk Münters – von frühen Fotografien ihrer Reisen in die USA, nach Tunesien und nach Frank-reich, den spätimpressionistischen pastosen Ölskizzen über ihre leuchtenden expressionistischen Gemälde bis zu den Linolschnitten und Zeichnungen. Die chronologisch aufgebaute Ausstellung nimmt Besucher:innen mit auf eine Reise durch zeitlose Motive wie Menschen, Architektur, Landschaft, aber auch aktuelle Themen wie Technik und Maschinen. Es sind diese naheliegenden Dinge – Personen aus ihrem Umfeld oder die Umgebung von Murnau – die Münters Werk über die Jahrzehnte prägen und in ganz unterschiedlicher Darstellung immer wieder auftauchen. Besonders ihre druckgrafischen Arbeiten und Porträts offenbaren eine überraschend moderne Bildsprache, die heute an Werke der Pop Art erinnert. Eine einmalige Gelegenheit, das Werk einer der wichtigsten Künstlerinnen des deutschen Expressionismus in all seinen Facetten kennen zu lernen.

CLOSE-UP – Porträts von neun Künstlerinnen

Fondation Beyeler

19.09.2021 – 02.01.2022

Berthe Morisot, Mary Cassatt, Paula Modersohn-Becker, Lotte Laserstein, Frida Kahlo, Alice Neel, Marlene Dumas, Cindy Sherman, Elizabeth Peyton

Theodora Vischer ist Chief Curator der Fondation Beyeler und Kuratorin der Ausstellung «CLOSE-UP».
Theodora Vischer ist Chief Curator der Fondation Beyeler
und Kuratorin der Ausstellung «CLOSE-UP».

Im Zentrum der Ausstellung Close-Up stehen neun Künstlerinnen, denen die Konzentration auf die Darstellung von Menschen, in Form von Porträts und Selbstporträts, gemeinsam ist und deren Schaffen herausragende Positionen innerhalb der Geschichte der Moderne von 1870 bis heute darstellen. Das Interesse der Ausstellung gilt dem spezifischen Blick der Künstlerinnen auf ihre eigene Umgebung, der in den Porträts und Figurenbildern ihrer selbst und von anderen zum Ausdruck kommt. In der Zusammenschau lässt sich erleben, wie sich der Blick der Künstlerinnen auf ihr Gegenüber zwischen 1870 und heute gewandelt hat, was sich in ihm widerspiegelt und was ihn auszeichnet. 

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Goya – Meisterwerke in der Fondation Beyeler

Fondation Beyeler

10. Oktober 2021 bis 23. Januar 2022

 Martin Schwander ist Curator at Large der Fondation Beyeler und Kurator der Ausstellung «Goya».

Martin Schwander ist Curator at Large der Fondation Beyeler
und Kurator der Ausstellung «Goya».

Selten gezeigte Meisterwerke aus spanischen Privatsammlungen werden in der Fondation Beyeler mit Schlüsselwerken aus namhaften europäischen und amerikanischen Museen vereint. Goyas Kunst bietet den Ausstellungsbesuchenden ein einzigartiges sinnliches, emotionales und intellektuelles Erlebnis. Die Ausstellung wurde von der Fondation Beyeler in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid organisiert.  Goya – Meisterwerke in der Fondation Beyeler weiterlesen

Laura Lamiel. Honig am Messer

Cahn Kunstraum | bis 9. Oktober 2021

Mit dem Cahn Kunstraum wird Basel diesen Herbst um einen Ausstellungsort reicher. Zentral gelegen an der Steinentorstrasse 19, werden auf einer Fläche von über 500 m2 Kunstprojekte gezeigt, in denen die zeitgenössische Kunst in einen Dia-
log mit derjenigen der Antike tritt. Künstlerinnen und Künstler werden nach Basel eingeladen, wo sie mehrere Tage in der Stammgalerie an der Malzgasse mit der antiken Kunst zusammenleben: die Galerie wird zum Atelier. Aus dieser intensiven und zugleich intimen Auseinandersetzung mit der Kunst der Antike entstehen Arbeiten und Projekte, die anschliessend im Cahn Kunstraum vorgestellt werden. Es werden zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr gezeigt werden, jeweils in Zusammenarbeit mit den Galerien, welche die Künstlerinnen und Künstler vertreten. 

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