Die Art Foundation Pax feiert ihr Fünf-Jahre-Jubiläum
Die Art Foundation Pax mit Sitz in Basel ist eine unabhängige Stiftung zur Förderung der digitalen und medienbasierten Kunst der Schweiz und wird finanziell unterstützt von Pax. Ende 2017 ins Leben gerufen, vergibt sie seit 2018 jährlich die Pax Art Awards. Neben Nicolas C. Bopp, Präsident des Stiftungsrats, fungieren Sabine Himmelsbach, Direktorin des HEK (Haus der elektronischen Künste) sowie Fausto De Lorenzo, De Lorenzo Museumsmanagement Basel, als Stiftungsräte.
Wie sind Sie mit der Art Foundation Pax zur Medienkunst gekommen?
Nicolas C. Bopp: Wie bei vielen erfolgreichen Unternehmungen auch, hat hier der Zufall eine Rolle gespielt. Nachdem ich 2014 den Auftrag erhielt, mich mit der Pax-eigenen Kunstsammlung zu beschäftigen, habe ich gemerkt, dass Sammlung und Sammlungstätigkeit noch klarer fokussiert werden sollten. Infolgedessen habe ich Gespräche geführt, unterschiedliche Meinungen angehört und bin dabei auch in Kontakt mit Fausto De Lorenzo gekommen. Er hat mir den Impuls dafür gegeben, mich mit der digitalen Kunst zu beschäftigen. Die vielfältige und dynamische Auseinandersetzung der Künstler:innen mit den medientechnologischen Veränderungen unserer Zeit hat mich fasziniert. Sowohl Veränderung als auch Dynamik liessen sich vollumfänglich auf die Unternehmenskultur von Pax übertragen, und so kam es zu dem Entscheid für den Aufbau einer Medienkunstsammlung.
Als noch junge Stiftung feiern Sie bereits das erste Jubiläum – 5 Jahre Pax Art Awards. Was hat Sie zur Etablierung der Awards bewogen?
NB: Pax hat sich der Kulturförderung aufgrund seines genossenschaftlichen Ursprungs verschrieben, dabei spielt die Nachhaltigkeit eine grosse Rolle. Die Förderung von Nachwuchskünstler:innen ist uns dabei genauso wichtig wie die Ehrung von Künstler:innen, die über viele Jahre die Schweizer Medienkunstszene nachhaltig geprägt haben. Im Bereich der Schweizer Medienkunst gab es bislang keine Preisvergabe und finanzielle Unterstützung – wir konnten damit eine Leerstelle füllen.
Die Pax Art Awards sind eng mit dem HEK verbunden. Sowohl die Preisverleihung als auch die Ausstellung der Preisträger:innen finden im HEK statt. Warum dieses Doppelpack?
NB: Fachexpertise ist uns in der Stiftungsarbeit sehr wichtig. Mit dem HEK haben wir die Spezialisten auf dem Gebiet der Medienkunst in unmittelbarer Nähe, da lag eine Zusammenarbeit nahe. Die Künstler:innen, die während der Art Basel mit den Awards ausgezeichnet werden, erhalten im Frühjahr darauf eine Ausstellung. Hier sind wir froh, dass wir das kuratorische Wissen und die Ausstellungsräume vom HEK nutzen können.
Sabine Himmelsbach: Zu unseren Aufgaben gehört es, Schweizer Medienkunst zu zeigen und zu vermitteln und Künstler:innen eine Bühne für ihr Schaffen zu bieten. Durch die Pax Art Awards können wir ihnen nicht nur eine Bühne bieten, sondern sie auch in der Produktion neuer Werke unterstützen. Das Preisgeld und die Produktionsunterstützung ist eine substanzielle Förderung, die einen nachhaltigen Einfluss auf die Schweizer Medienkunstszene haben wird.
«Medienkunst steht für
installative Arbeiten,
Virtual Reality, Videos,
Hologramme, Performances und netzbasierte Technologien gleichermassen.»
Sabine Himmelsbach
Medienkunst ist eine der jüngeren Kunstrichtungen, können Sie uns die Gattung kurz erklären?
SH: Kunst entsteht in der Auseinandersetzung mit unserer Lebenswelt, und so ist es ganz selbstverständlich, dass Künstler:innen die Werkzeuge unserer Zeit, den Computer und die Algorithmen der digitalen Welt, für ihre Praxis anwenden und damit neue Bild- und Klangwelten schaffen und uns gleichzeitig neue Perspektiven auf die radikalen Umwälzungen unserer Zeit ermöglichen. Medienkunst kann unterschiedliche Formen annehmen: Sie steht für installative Arbeiten, Virtual Reality, Videos, Hologramme, Performances und netzbasierte Technologien gleichermassen.
Warum ist die spezifische Förderung von Medienkunst wichtig?
SH: Aktuelle Trends zeigen, dass das Digitale in der Kunst stärker in den Vordergrund gerückt ist. Einerseits brachte die Pandemie einen Digitalisierungsschub mit sich, den man vorher in dieser Schnelle nicht für möglich gehalten hätte. Ausstellungen können auch online stattfinden. Andererseits befinden wir uns gerade in einem regelrechten Hype um digitale Kunst, wenn man beispielsweise die Sensationserfolge von NFTs (Non-Fungible-Tokens) anschaut. Die Reflexion des Digitalen ist aus der Kunst nicht mehr wegzudenken. Diesen neuen Entwicklungen soll mit der Förderung nachgespürt werden und gleichzeitig sollen auch bereits etablierte Positionen im Bereich der Medienkunst mit den Preisen Beachtung und Würdigung finden. ◀