Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G
21.11.2025 – 15.02.2026
Berühmt für seine schwungvolle, gestische Malerei, seine multimedialen Experimente und seine grenzüberschreitenden Performances, nimmt der Schweizer Künstler Luciano Castelli seit den 1970er-Jahren eine einzigartige Position in der europäischen Kunst ein. WHISPERS OF JAPAN, ab dem 21. November 2025 in der Kulturstiftung Basel H. Geiger zu sehen, präsentiert sein bislang ambitioniertestes Projekt zu seiner langjährigen Auseinandersetzung mit Japan. Die Ausstellung verbindet frühere, von Japan inspirierte Werke mit neu geschaffenen Arbeiten, an Butoh angelehnte Fotografien und weit ausholende Gemälde, die den Ausstellungsraum in einen dynamischen Dialog zwischen Tradition und Experiment verwandeln. Obwohl sich Castelli bereits seit den frühen 1980er-Jahren intensiv mit japanischen Themen auseinandersetzt, reiste er 2024 zum ersten Mal nach Japan – eine Erfahrung, die seine jahrzehntelange Faszination verdichtete.
Die Schau inszeniert einen Dialog zwischen Castellis frühen, von Japan beeinflussten Arbeiten und erstmals gezeigten grossformatigen Fotografien, die dem Butoh gewidmet sind – dem eindringlichen «Tanz der Dunkelheit», der Themen wie Vergänglichkeit, Transformation und die menschliche Existenz verhandelt. Ergänzt werden diese durch kraftvolle Gemälde in Castellis unverkennbar gestischem Stil – darunter acht monumentale Paravents, jeweils 1,8 x 4,5 Meter gross, die eigens für dieses Projekt in Zusammenarbeit mit einem traditionellen Meisterhandwerker in Tokio entstanden sind.
1951 in Luzern geboren, erlangte Luciano Castelli in den 1970er-Jahren internationale Bekanntheit als zentrale Figur der Berliner Neuen Wilden und als Muse von Franz Gertsch, für den er – neben Patti Smith – zur wichtigsten Protagonistenfigur wurde. Als Maler, Fotograf, Bildhauer, Performancekünstler, Musiker und Provokateur stellte er Geschlechterrollen und Identitätskonzepte infrage – lange bevor diese Themen in den öffentlichen Diskurs gelangten. Von den punkglamourösen Auftritten seiner Band Geile Tiere bis zu seinen Revolving Paintings in Paris hat sich Castelli immer wieder neu erfunden und bewegt sich mit chamäleonhafter Leichtigkeit zwischen Rollen und Ausdrucksformen.

